Artikel unter 'Anregung der Betreuung'

Erforderlichkeit Betreuung

Für die Erforderlichkeit einer Betreuung ist anhand der Lebenssituation und der konkreten Einzelfallumstände zu beurteilen, ob eine Betreuungsreinrichtung für den Betroffenen wirklich notwendig ist. Vor einer Betreuerbestellung muss geprüft werden, ob vom Betroffenen evtl. eine Vorsorgevollmacht erstellt wurde und/oder ob dem Betroffenen nicht durch andere Mittel, die einen weniger gravierenden Einschnitt in die Rechte des Betroffenen darstellen, geholfen werden kann. Solche Mittel können z. B. die Hilfe von Angehörigen oder anderen Vertrauenspersonen sein sowie die Organisation von Pflegediensten, Essenslieferungen etc.
Der Begriff der „Betreuung“ wird von vielen Betroffenen nach wie vor missverstanden. Betreuung bedeutet nicht praktische Hilfe, Unterstützung oder soziale Zuwendung, sondern lediglich gesetzliche Stellvertretung. Praktische Hilfe wie z. B. Pflegeorganisation oder Essenslieferungen müssen von einem gesetzlichen Betreuer lediglich in die Wege geleitet werden.
25.09.2019

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Zwangsweise Unterbringung

Die zwangsweise Unterbringung in einer Einrichtung ist an verschiedene rechtliche und medizinische Voraussetzungen geknüpft. Wenn der Betroffene nicht freiwillig in eine Pflegeeinrichtung möchte ist neben der Frage der medizinischen Indikation auch die Frage der Stellvertretung des Betroffenen abzuklären.

Die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung ist mit erheblichen Konsequenzen für den Betroffenen selbst und auch für die Angehörigen verbunden. Sie bedeutet immer einen gravierenden staatlichen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des Betroffenen. Dieser Schritt sollte von allen Beteiligten gut überlegt sein. Es ist zwar grundsätzlich so, dass das Gesetz vorschreibt, dass Angehörige bei der Frage, wer zum Betreuer bestellt wird, vorzuziehen sind. Dies garantiert jedoch nicht, dass die Wahl des Betreuungsgerichts auch auf einen Angehörigen fällt. Es kommt dabei immer auf die Umstände des Einzelfalls an. Es muss grundsätzlich auch damit gerechnet werden, dass eine fremde Person zum Betreuer bestellt wird.

Es ist deshalb dringend zu empfehlen, zur Abklärung eventuell zur Verfügung stehender anderer Hilfen fachmännische Beratung in Anspruch zu nehmen um ggf. ein gerichtliches Betreuungsverfahren zu umgehen, bzw. dieses von vornherein im Sinne aller Beteiligten richtig anzugehen.

Prof. Dr. Volker Thieler

12.09.2019

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Betreuungsanregung – anonym

Das Gericht ist nicht verpflichtet, eine Betreuungsanregung anonym zu bearbeiten. Es kommt auf die Umstände des Einzelfalles an, das Gericht kann aber darum gebeten werde, den Namen desjenigen, der eine Betreuung angeregt hat, nicht zu nennen. Von einer anonymen Betreuungsanregung ist abzuraten.

Prof. Dr. Volker Thieler

12.09.2019

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